Hackday-Thema · Yayoi Kusama

Isometrie

Ein interaktiver Sketch, in dem man mit Mausklick geometrische Würfel verzerren kann.

Von Elisabeth Schäfer

Das Artefakt

Ein isometrisches Raster aus Würfeln bedeckt die gesamte Fläche gleichmäßig. Wer klickt, verzerrt das Gitter: Die Strukturen biegen sich, verschieben sich, verlieren ihre Ordnung. Mit jedem weiteren Klick akkumuliert sich die Verzerrung, bis das ursprüngliche Muster kaum noch erkennbar ist.

Der Sketch reagiert auf zwei Eingaben: Mausklicks und einen Regler. Mit jedem Klick verzerrt sich das Gitter etwas mehr, die Würfel verschieben sich und verlieren ihre Form. Mit dem Regler lässt sich die Verzerrung wieder zurückdrehen, bis das Muster wie am Anfang aussieht.

Sketch ausprobieren

Bezug zu Kusama

Die Idee war, eines von Kusamas Infinity Nets interaktiv zu machen. Das isometrische Würfelgitter dient dabei als Ausgangspunkt – ein geometrisches, gleichmäßiges Muster, das durch Klicks aufgebrochen wird. Durch die Verzerrung entstehen geschwungene Linien und unregelmäßige Formen, die an Kusamas endlose Netze erinnern. Der Nutzer erschafft so sein eigenes Infinity Net.

Weil der Mausklick einen runden Radius hat, verzerren sich die Würfel um den Klickpunkt herum kreisförmig. Dadurch entstehen an den Rändern dieser Kreise geschwungene Linien, die sich durch das ganze Gitter ziehen. Das erinnert stark an Kusamas Schlangenlinien.

Wie die Interaktion funktioniert

Das Sketch besteht aus einem isometrischen Gitter aus Würfeln, die gleichmäßig über die gesamte Fläche verteilt sind. Jeder Würfel hat acht Eckpunkte, die beim Klick eingefroren werden – das heißt, ihre verzerrte Position wird gespeichert und bleibt bestehen, auch wenn die Maus sich weiterbewegt.

Die Verzerrung funktioniert über einen kreisförmigen Radius um den Klickpunkt. Alle Punkte innerhalb dieses Radius werden in Richtung des Klicks gezogen, je näher am Zentrum desto stärker. Mit jedem weiteren Klick wird diese Verzerrung auf die bereits verschobenen Punkte angewendet. Der Reset-Regler interpoliert dann alle Punkte schrittweise zurück zu ihrer ursprünglichen Position.

Drei Stationen einer Genese

  1. 01

    Vorstufe

    Sketch in der ersten Version

    Absicht:Berechnung der Würfel und aufstellen der Würfelmusters.

    Geschehen:Rote Ellipsen werden miteinander verbunden daraus entstehen Würfel, die sich über die Fläche verteilen.

    Mitnahme:Es fehlte eine Interaktion.

  2. 02

    Vorstufe

    Sketch in der zweiten Version

    Absicht:In das Muster wurde eine wellenartige Bewegung integriert.

    Geschehen:Die Bewegung funktioniert, es entsteht jedoch noch keine klare Verzerrung.

    Mitnahme:Statt dass sich alle Ecken gleichmäßig bewegen hätte ich gerne, dass man einfluss darauf nehemen kann wie sehr sich die Würfel verzerren.

  3. 03

    Finaler Sketch

    Finale Version

    Absicht:Durch einen Klick mit der maus lassen sich die Würfel neu formen.

    Geschehen:Durch Interaktion mit der Maus können die Würfel neu geformt werden und mit einem resetter wieder in ihre alte position gebracht werden.

    Mitnahme:Die Geometrische Anordnung lässt sich kaum noch erkennen.

Erkenntnis

Ich dachte zuerst, die Verzerrung ist das Interessante. Aber eigentlich ist der Moment dazwischen spannender – wenn das Muster gerade anfängt, seine Form zu verlieren.

Rahmendaten

Bausteine
Particle, Mouse Input, GUI Slider, Frame Buffer
Übergabe an Interaction Design
Mausspur als Eingabe austauschbar gegen Hand-Tracking, GUI-Parameter über Sensorik mappbar.